Schönstatt Würzburg

von M. O., August 2018

Was die Umweltbewegung und Schönstatt verbindet

August 2018: Die Umwelt-Bewegung FridaysForFuture formiert sich, nachdem die 15 Jahre alte Greta Thunberg jede Woche vor dem Schwedischen Parlament, gegen die fehlenden Maßnahmen und den mangelnden Einsatz gegen die drohende Umweltkatastrophe protestierte.
Ziel der Bewegung ist es die Menschen, aber vor allem die politischen Entscheidungsträger zum Handeln zu bewegen.

Warum erlebt diese Bewegung gerade bei jungen Menschen einen so hohen Zulauf? Was wohnt dieser Bewegung inne, dass sie so erfolgreich gemacht hat?
Ein Sprung in die Vergangenheit:
Die Umweltbewegung als solche existiert nicht erst seit Greta Thunberg, sondern hat ihre Anfänge bereits Mitte des 20. Jahrhunderts erfahren. Das zeitliche Aufkommen des Themas Umweltschutz kann allerdings schon mit dem Beginn der Industrialisierung gleichgesetzt werden. Und mit Beginn der Industrialisierung begann auch eine zunehmend wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema.
Die Deutsche Umweltbewegung ist aus der in den 1970er Jahren entstandenen Anti-Atomkraft-Bewegung hervorgegangen und konnte sich von den Erfahrungen der Aktivisten und Demonstranten dieser Bewegung, eine solide Organisationsstruktur und Demonstrationsstrategien abschauen und aufbauen.
Schauen wir uns die Forderungen der Umweltbewegung vor über 30 Jahren an, müssen wir leider feststellen, dass diese Forderungen annähernd die gleichen wie heute sind. Man könnte also zum einen identifizieren, dass sich kaum etwas zugunsten der Umwelt verändert hat und zum anderen die Umweltbewegung trotz ihren starken Bemühungen relativ erfolglos blieb.

Es stellt sich die Frage, was mit einer Gesellschaft – oder zumindest einem Teil davon – passiert, wenn ihr Ruf und ihr Wunsch nach Veränderung so lange unterdrückt bzw. ungeachtet bleibt? Eine Möglichkeit ist Resignation. Eine andere ist Aktion und zwar in einem Maße, das es den Entscheidungsträgern unmöglich macht weiterhin wegzusehen, oder die Menschen zu vertrösten.
Eine weitere Komponente bei jungen Umweltbewegungen, wie FridaysForFuture ist folgende:
Die Beziehung zwischen den „Jungen und den Alten“, den „Schülern und den Lehrern“, den „Kindern und den Eltern“…. Es gibt viele weitere Möglichkeiten diese Konstellation auszudrücken, die Spannung liegt aber in folgendem Sachverhalt.

Jungen Menschen wird oft versucht Dinge bzw. die Welt „rational“ zu erklären, wie und warum sie so sind wie sie sind. Die Argumentation von Erwachsenen folgt einem logischen Schema. Zumindest theoretisch. Denn stellt der junge Mensch eine kritische Nachfrage und begründet ebenso logisch, warum er den erklärten Sachverhalt nicht versteht, was sich für ihn unschlüssig anfühlt, oder warum das Ergebnis ein anderes ist, als es die Erklärung vermuten lässt, muss dieser meist mit einer Antwort rechnen die sich der ihm verständlichen Logik verweigert. Beispielsweise wiederholt die Antwort einfach das vorher gesagte, oder dem Jugendlichen wird versucht weißzumachen, dass er den Sachverhalt aufgrund seines Alters eben nicht verstehen kann.

An dieser Stelle tritt Greta Thunberg auf den Plan und hilft uns zu verstehen, warum sich so viele junge Menschen der Bewegung anschließen, die sie losgetreten hat.
Greta tat nichts Falsches. Sie handelte logisch und konsequent, nachdem sie sich über die drohende Umweltkatastrophe informierte. Aber was tat sie genau?

Die wissenschaftliche Analyse ist deutlich und fatal: Handeln wir nicht sofort und konsequent können wir einer Kettenreaktion und einem Zusammenbruch der Ökosysteme, wie wir sie kennen, nicht entkommen! Hierbei ist sich die Wissenschaft einig. Hierzu gibt es mehr als genug Quellen und Nachweise die sich in einem weltweiten Klimabericht des Weltklimarats (IPCC) zusammenfinden.

Mit diesen Informationen stellt sich natürlich die Frage, warum nichts passiert und das obwohl die wissenschaftliche Analyse nicht erst seit gestern bekannt und auch nicht erst seit gestern Maßnahmen gefordert, oder teilweise sogar festgeschrieben worden sind. Beispiel Pariser Klimaabkommen.
Was Thunberg tat war einzig und allein die Fragen zu stellen, die sich aus diesem Sachverhalt ergeben, um anschließend konsequent zu handeln. Denn wenn die Analyse so fatal und schwerwiegend ist, wie sie offensichtlich von höchster wissenschaftlicher Instanz (!) beschrieben wird, warum wird dann nichts unternommen. Und wenn nichts unternommen wird, werden die im Bericht beschriebenen Auswirkungen wohl eintreten. Und treten diese Auswirkungen ein, ist es zumindest fragwürdig warum man als junger Mensch in die Schule gehen sollte, wenn man doch eigentlich alles dafür tun müsste, damit Maßnahmen gegen die drohende Umweltkatastrophe eingeleitet werden. Diese Ausführung lässt sich als logischer Kausalzusammenhang beschreiben.

Dem Argument Erwachsener, dass eine Jugendliche keine Verantwortung dafür hätte das sich etwas ändert, und dass sie besser zur Schule gehen solle, weil die Erwachsenen das schon regeln würden, entzieht sich jeder Logik. Wäre diese Aussage wahr, würde sich ja tatsächlich jemand um dieses Problem kümmern – was nicht der Fall ist - und es gäbe keine Notwendigkeit für ein 15-jähriges Mädchen diese Verantwortung zu übernehmen.

Durch diese Reaktion fühlten sich hunderttausende Jugendliche vor den Kopf gestoßen. Sie fühlten sich für dumm verkauft und beschlossen es Greta Thunberg gleichzutun.

Die Aktionen die von FridaysForFuture ausgehen haben nichts mit Aktionismus zu tun, sondern sind Ausdruck von Emanzipation.
Emanzipation bedeutet „Befreiung aus einem Zustand der Abhängigkeit; Selbstständigkeit; Gleichstellung“. Das heißt es geht der Bewegung nicht nur ausschließlich um die Frage nach dem Klima und der Umwelt, sondern eben auch darum als (junger) Mensch mit seinem Wissen, seinen Fähigkeiten und seinem Handeln ernst genommen zu werden. Der Zustand der Abhängigkeit drückt in diesem Fall dadurch aus, dass die Zukunft der Jungen von den Entscheidungen der „Alten“ abhängig ist, und diese mit der Art und Weise, wie mit dem Problem umgegangen wird, nicht zufrieden sind.

Wir haben es mit einer Bewegung zu tun in der junge Menschen aufstehen, sich ihrer selbst bewusst machen und für ihre Ideale und Werte einstehen, um aus sich selbst heraus und konsequent zu handeln. Sie erziehen sich - und in Gemeinschaft - selbst um eine neue Welt zu schaffen.

Kentenich gestaltete seine Pädagogik als Weg, „Menschen ganzheitlich zu formen, damit sie innerlich freie und unabhängige Männer und Frauen werden, die fähig sind in der Gesellschaft solidarisch, verantwortungsvoll und mit professioneller Stringenz (=das Stringent sein; logische Richtigkeit, Schlüssigkeit) – vor allem aber mit Liebe – zu wirken.“ (https://www.schoenstatt.org/de/service/ueber-schoenstatt/erziehung/)

Viele schönstättische Eigenschaften sind in der aktuellen Umweltbewegung vertreten. Es ist das Streben nach einer gemeinsamen neuen Welt, in der sich Jeder und Jede einbringen und entwickeln kann, alle willkommen sind, sowie sich in Liebe und Vertrauen begegnet wird. Solidarisch wird im gemeinsamen Tun die Welt geformt.

Man könnte behaupten die Umweltbewegung verhält sich zu Gottes Schöpfung und drängenden gesellschaftlichen Umwälzungen schönstattischer als Schönstatt selbst.

 

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