Schönstatt Würzburg

von Jonas Glaser, November 2020

Einfach mal sechs Jahre begeistert Oberministranten leiten

Sechs Jahre hört sich für viele nicht besonders viel an aber in meinem Alter entspricht dies einem Viertel meines Lebens oder anders gesagt hat es mich seit Beginn meiner Jugendarbeit begleitet.

Mein Name ist Jonas Glaser und ich bin 21 Jahre alt. Ich habe ganz klassisch meine katholische Laufbahn als Ministrant begonnen und konnte auch zeitgleich die männliche Schönstattjugend (SMJ) kennenlernen. Bei uns im Dorf habe ich also die geballte Power an Verbands- und kirchlicher Jugendarbeit erleben können. Seit meiner Kommunion konnte ich erleben, wie unterschiedliche Ansätze an christlicher Wertevermittlung ausgeübt werden. „Christliche Wertevermittlung“ ist vielleicht ein schwieriger Begriff. Ich benutze dafür gerne die Worte „Vorbild sein“. Klar kann man das nicht eins zu eins miteinander vergleichen aber ich bin der Meinung, dass Christsein auch Vorbildsein bedeutet. Was also wollen wir als Schönstätter oder auch als Christen den Kindern und Jugendlichen zeigen? Was ist dabei unsere Aufgabe in der katholischen Kirche?

Diese Fragen habe ich mir schon am Anfang meiner Zeit als Gruppenleiter und später auch als Abteilungsleiter in der SMJ gestellt. Aktuell bin ich Abteilungsleiter der SMJ Untermain in der Diözese Würzburg und darf stolz auf über 50 Teilnehmer bei unseren Veranstaltungen im Jahr und auf über 10 Gruppenleiter blicken.

In diesem Artikel möchte ich mit ihnen auf meine Erfahrungen und Erlebnissen der letzten 5 Jahre blicken.

Kirche erlebbar machen

Wie am Anfang schon erwähnt habe ich ein enges Zusammenleben zwischen Ministranten und der SMJ erleben können. Zwei verschiedene Ansätze, die eines verbindet: „Kirche erlebbar machen.“

Ich habe nach nur einem Jahr in der Oberministrantenrunde mit 15 Jahren die Position des Oberministranten übernommen. Also durfte ich ein Team aus rund 5 - 10 Oberministranten leiten und zusammen mit ihnen über 30 Ministranten auf ihrem Weg zum Erwachsen werden begleiten.

Spielen mit Freunden

Hier durfte ich erleben mit welcher Begeisterung und mit welchen Gründen junge Erwachsenen Jugendarbeit machen. Aber warum übernimmt ein 15 Jähriger Verantwortung und investiert seine Zeit in die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen? Ich denke eine mögliche Antwort auf diese Frage ist folgende Perspektive: Wir als Jugendliche kennen nicht das Wort „JugendARBEIT“. Wir sehen es eher als Spielen mit Freunden. Durch unsere wöchentlichen Gruppenstunden zur „Ausbildung“ von Ministranten entstand eine enge Freundschaft zwischen den Teamern (14 - 16 Jahre) und den Kindern (9 Jahre). Ich denke das ist etwas ganz Besonderes und damit darf man nicht leichtsinnig umgehen. Die Kinder sehen uns als Vorbild und vielleicht sogar als große/n Bruder/Schwester, den/die sie nie hatten. Diese Verbindung hält sehr lange und ist eine Kraft, die wir oft noch in der Motivation Teamer zu werden spüren können. Viele Oberminstranten sprachen immer gerne von ihren „Vorbildern“ und davon den Kindern das zu geben, was ihnen damals ihr „Vorbild“ gegeben hat - also eine Art „kleinen Generationenpackt“, wie wir es in ähnlicher Weise beim Thema Rente hören.

So werden wie er oder sie

Was mir dabei besonders bewusst wurde, war folgende Beobachtung: Kinder suchen sich oft gleichgeschlechtige Vorbilder und versuchen „so zu werden wie sie“. Genau diesen Ansatz haben wir zeitgleich in der SMJ verfolgt und dadurch die Teilnehmerzahlen in unserer Pfarreiengemeinschaft allein durch wöchentliche Gruppenstunden und persönliche Beziehungen verdoppelt. Aus 15 Kindern und Jugendlichen werden auf eimmal 30.

Was aber passiert, wenn diese Bindungen brechen? Um es kurz zu fassen: die Kinder & Jugendlichen werden auf kurz oder lang auch gehen!

Mein Lieblingsstatement in der Jugendarbeit ist folgendes: Jugendarbeit lebt von persönlichen Bindungen und Erfahrungen. Nur dadurch werden Teilnehmer zu Freunden und später zu Teamern. Deshalb ist es ganz schwer Teilnehmer zu halten, wenn ihre persönliche Bindung an die Gruppe und/oder den Leiter, die Leiterin der Gruppeverloren geht, weil z. B. ihr Vorbild umziehen muss. Falls bis dahin keine weiteren Bindungen entstanden sind, werden diese Teilnehmer verloren gehen. Ich habe selbst viele Versuche unternommen das zu verhindern. Allerdings habe ich nur eine Lösung gefunden. Persönliche Bindungen müssen durch neue Bindungen aufgefangen werden.

Über ein Vorbild hin zur persönlichen Lebensgestaltung

Das gelingt z. B., wenn Jugendliche selbst Verantwortung übernehmen können, sie eine neue Arte der Bindung kennenlernen. Nämlich die Bindung an die „Sache“ bzw. an die dahinterliegende Idee. In Schönstatt nennen wir diesen Vorgang „Liebesbündnis“. Durch diese Weiterleitung einer Bindung hin zur Sache/Idee, die dahinter steht, erreicht das Wort Bindung oder auch Freundschaft eine neue Ebene. Unser bester Freund ist nicht mehr der, der am meisten Zeit zum Spielen hat, sondern er ist ein geduldiger Gesprächspartner, unser Mann für alle Fälle. Bei diesem Freund kann ich als erwachsen geworden weiter ich selbst sein. Bei ihm muss ich mich nicht verstellen. Das kann für den einen Gott sein, für den anderen Maria und für einen anderen dann immer noch der beste Freund sein.

Was ich ihnen mit diesem Artikel vor allem mitgeben möchte ist Folgendes: Schätzen Sie persönliche Bindungen und gehen Sie sorgfältig damit um. Denn gerade bei jüngeren Menschen können diese ganze Leben verändern und wir sollten ihnen dabei helfen das Leben genießen zu können.

 

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