Erstes Frauenfrühstück 2026 auf der Marienhöhe

Sonnig war es an jenem Mittwoch Morgen, als ich mich aufmachte hinauf zur Marienhöhe in Vorfreude auf die Frauen, die ich dort wiederzusehen hoffte. Irgendwann hatte ich diese ruhige Oase für mich entdeckt, seitdem ich nach Würzburg gezogen war. Und schließlich auch die Gemeinschaft der frühstückenden Damen, die dann nach einem stets reichhaltig und liebevoll hergerichteten Frühstücksbuffet einem interessanten und mit Humor gespicktem Vortrag von Sr. Aenn lauschen können.
Dieses Mal vertrat Sr. Raphaela ihre Mitschwester und so lernte ich eine weitere Frohnatur aus der Reihe der Schönstattschwestern kennen. Gemeinsam mit 28 Frauen lauschte ich zum Thema: „Ich bin der Ich-bin-da“ (Ex 3,14) ihren Gedanken zum Bibelwort. Sr. Raphaela lenkte unsere Aufmerksamkeit auf ein besseres, spirituelles Sehen und Hören. Sie ermunterte uns voll Vertrauen und mit großer Aufmerksamkeit hinzuhören auf das, was uns Maria sagen will; dazu bedarf es aber einer stillen Zeit am Tage. Wann aber haben Mütter Zeit sich einmal hinzusetzen, für sich zu sein, fragte ich mich. Doch, es kann gelingen, wenn wir gezielt danach suchen. Dabei fiel mir gleich ein, dass das Stricken sicher eine gute Gelegenheit sein könnte, um sich im Herzen mit Maria zu treffen und ihr dabei alles zu erzählen, was mich umtreibt.
Wahrlich, es ist eine Gefahr unterzugehen auf dem wackligen Surfbrett des Lebens. Ein sehr anschauliches Bild von Sr. Raphaela. Hinzu kommt die Versuchung Medien und Filme zu konsumieren, von denen ich mich am nächsten Morgen frage: Warum habe ich diesen Film mit seinen so hässlichen Bildern und schlechten Emotionen überhaupt in mein Wohnzimmer eingelassen, in mein Denken?
Mut haben zur Korrektur unserer Lebensweise, wenn wir Mängel erkennen, eintauchen in ein vertrauensvolles Gespräch mit Maria. Sie ist ja immer da für uns, während wir mit unseren Gedanken oft weit weg sind… Aber das kennt Maria! Sie hatte ja selbst Familie… und was für einen Sohn! Sicher war auch ihr Alltag angefüllt mit vielerlei Verpflichtungen, dazu das damals mühsame Wasserholen, Essenkochen… Ich stelle mir vor, dass Maria absolut kontemplativ lebte, also was sie auch tat, tat sie stets im Einvernehmen mit Gott, jeden Tag: in sich hineinlauschen um zu erfahren, was willst Du, Gott, dass ich heute für Dich tue, jeden Morgen; dann läuft das Geschäft, dann kommen Kontakte, dann gelingt, was ich mir vornehme. Und wenn es nicht gelingt? Kartoffeln schälen, den Mund halten, durchatmen und – an Maria und ihren Sohn denken: Wie seht Ihr jetzt meine Situation? Manchmal dauern die Antworten lange, aber sie kommen, wenn auch oft ganz anders als wir sie erwartet haben. Gut, einige Gedanken waren jetzt meine Gedanken zu dem, was uns Sr. Raphaela vortrug.
Ich sehe Sr. Raphaela noch vor uns stehen mit hängenden Armen und in den Händen zwei imaginäre Koffer tragend. Zwei Koffer voller Dinge aus der Vergangenheit (ein ganzes Museum), die wir mit uns tagtäglich herumschleppen. Mit Dingen, die wir uns nicht verzeihen können, und mit Ballast ganz unterschiedlicher Art, den wir nicht loslassen wollen. Viel zu oft vergessen wir, dass Maria schon längst darauf wartet uns helfen, noch bevor wir an sie gedacht haben. Sie drängt sich nicht auf, sie möchte angesprochen werden. Haben wir den Mut dazu!
Zum Schluss sei mir gestattet zu bemerken: Was mich immer wieder begeistert sind diese kleinen Geschenkideen, die wir Frauen am Ende des Vormittags erhalten, die oft mit sehr viel Arbeit am Detail verbunden sind. Danke, liebe Schwestern, auch dafür!
Frau Lemke