Interview mit Bernward Hofmann

Pfarrer Bernward Hofmann im weihnachtlich geschmückten Heiligtum

Lieber Herr Hofmann, Sie dürfen auf ein reiches und segensreiches Wirken als Priester zurückschauen. Wo haben Sie gewirkt?

Meine erste Stelle war als Praktikant und Diakon in Röthlein. Danach war ich 1,5 Jahre in Schwebheim (mit Heidenfeld und Hirschfeld). Es folgte eine längere Zeit im Blindeninstitut (anfangs noch im „roten Bau“, später in Lengfeld; dort war ich insgesamt 7 bzw. 12 Jahre tätig – zuvor schon als Musiker).
Anschließend war ich Kaplan und Jugendseelsorger in Schweinfurt-St. Kilian (ca. drei Jahre), mit Schuleinsatz in Schweinfurt. Danach wurde ich Präfekt im Kilianeum in Würzburg (drei Jahre) und war zugleich am Siebold-Gymnasium Würzburg sowie an der Akademie St. Hildegard tätig.
Dann kam die lange Zeit in Aschaffenburg: 30 Jahre an der Maria-Ward-Schule, als Seelsorger im Schwesternkonvent. In dieser Phase habe ich auch eine Zeit lang am ISBN und am RPZ in München mitgearbeitet und war im Vorsitz des KRGB. Daneben war ich über viele Jahre Diözesankurat der PSG (Pfadfinderinnen), Jugendpfarrer und am Ende auch stellvertretender Dekan.
Nach der Schulzeit war ich schließlich als Pfarrvikar in den elf Pfarreien der Pfarreiengemeinschaft Giebelstadt/Bütthard tätig (über sechs Jahre).

Sie kommen fast täglich auf die Marienhöhe, um in der Frühe mit den Schwestern Hl. Messe zu feiern. Wie haben Sie die Marienhöhe „entdeckt“?

Das ist schon lange her. Als junger Mensch in der Pfarrei U. L. F. habe ich die Marienhöhe beim Sternsingen kennengelernt. Das muss um 1972 gewesen sein; und dann ging das noch über zehn Jahre so weiter, wenn wir dort die Segenswünsche gebracht haben. Bei uns waren bei den Sternsingern immer auch Gitarristen dabei.
In meiner Studienzeit habe ich außerdem die Schönstätter meines Jahrgangs kennen- und schätzen gelernt – auch über die Lieder (Johannes Ganz u. a.).

Titel: „Die Sturmtänzerin“, gemalt von Bernward Hofmann

Sie können wunderbar malen. Wann haben Sie Ihr Talent entdeckt, und was bedeutet dieses Hobby für Sie?

In der Realschule habe ich nur technisches Zeichnen (noch ohne Computer) sehr gut gelernt. Ich wollte diesen Beruf zunächst auch ergreifen und habe sogar eine Lehre begonnen. Dann bin ich aber in die 11. Klasse des Röntgen-Gymnasiums eingetreten und hatte dort nach längerer Zeit wieder Kunstunterricht.
Damals hat mich Herr Wallner, ein sehr guter Kunstlehrer, in der Neigungsgruppe Kunst für die Kunst begeistert und mir in nur einem Jahr unendlich viel beigebracht. Danach kannte ich die meisten großen Kunstrichtungen, hatte mich darin versucht und gemerkt: Meine Stärke liegt eher im Zeichnen und in der realistischen Malerei. Das ist weniger „freie Kunst“ als vielmehr eine gute Technik – und die kann ich bis heute. Die wirklich „verrückte“, experimentelle Kreativität beherrsche ich dagegen nicht so gut.

 

Titel: „Die Ankunft der Heiligen Drei Könige vor Jerusalem“, gemalt von Bernward Hofmann

Was möchten Sie den Menschen unserer heutigen Zeit als Lebensweisheit mit auf den Weg geben?

Ohne Dich* wäre die Welt ein Stück leer von Christus!
* Hier Deinen Namen einsetzen

Das heißt: In jeder und jedem steckt ein göttlicher Funke – wir sind „geschaffen nach Gottes Abbild“.
Und Gott ist kein „Pfuscher“. Darum gilt auch das Wort Jesu:

„Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind,
da bin ich mitten unter ihnen!“ (Mt 18,20)