Schönstatt Würzburg

Tag für eine gelingende Kommunikation auf der Marienhöhe

„Reden ist Silber – Verstehen ist Gold“, so stand es auf dem Flyer für einen Kommunikationstag der besonderen Art, der im Oktober auf der Marienhöhe stattfinden sollte. Schon am Morgen versammeln sich Corona-bedingt eine überschaubare Zahl von Interessierten aller Altersklassen um sich einen Tag Zeit zu nehmen und etwas darüber zu erfahren, wie Kommunikation in der Familie gelingen kann. 

Der Einstieg ist schon einmal sehr lautmalerisch und lebendig. Denn Pfarrer Gerhard Pfenning beleuchtet das gewiss schwierige Sonntagsevangelium mit Anleihen bekannter Kommunikationstheoretiker wie Schulz von Thun und Paul Watzlawik. Doch neben dem Reden soll ja auch das Verstehen nicht zu kurz kommen. Und so dürfen die anwesenden Kinder an einzelnen Punkten des Gottesdienstes den tieferen Sinn mancher Handlungen am Altar kennenlernen und dessen tiefere Bedeutung mit einem Edelstein markieren. 

Nach dem gemeinsamen Mittagessen hat dann aber die „Wortmacherei“ das Sagen. Dahinter verbergen sich Kathrin Karban-Völkl und Thomas Völkl, beides Wort-Experten als Religionspädagogin und Texterin und als Rhetoriker und Kommunikationstrainer. Diese wollen im Folgenden aber keinen wortgewaltigen theoretischen Vortrag halten, sondern miteinander ins Gespräch kommen. „Was ist für dich eine gelingende Kommunikation?“ so lautet die Einstiegsfrage. Und beim Austausch wird schnell deutlich, dass da eine sehr offene lebendige Gruppe auf der Marienhöhe zusammengekommen ist und keineswegs um Worte verlegen.

Ein plastisches Beispiel aus dem Leben der Referenten an Hand eines Kachelofenbaus folgt, bei dem gut nachzuvollziehen ist, wie Kommunikation zunächst erschwert wird und dann doch zur Lösung eines Problems beitragen kann. Dann gibt es zahlreiche Impulse rund um gelingende Kommunikation. „Was ist riskant beim Smalltalk und wie gehe ich selbst in schwierige Gespräche?“ Das sind nur einige der Fragen, die dabei gestreift oder mittels einer Körperübung auch erfahrbar gemacht werden können. Der kurzweilige Vortrag wird von viel Schmunzeln begleitet, ehe die engagierten Zuhörer eine Kaffeepause einlegen dürfen. 

Weiter geht es mit Konflikten in der Kommunikation. Ein Blick fällt dabei auf jeweils falsche Orte, die man nicht zum Reden nutzen sollte und auf die richtige Zeiten in denen ein Gespräch Sinn macht. Auch die anwesenden Teilnehmer diskutieren da lebhaft mit eigenen Beispielen mit und müssen schließlich entscheiden ob Erzähltes einer Beobachtung oder schon einer Bewertung entstammt. „Auf die Verpackung kommt es an“, daran erinnert das Referentenpaar, das gleich zu Beginn Zucker und Salz in Gläser geschüttet hatte, deren Unterschied nur durch die Verpackung zu erkennen war. 

Auch das Evangelium und die Predigtgedanken vom Vormittag werden noch einmal aufgegriffen und zum Thema Kommunikation auch darauf verwiesen, wie wichtig diese auch in Bezug auf Gott – dem Dritten im Bunde - ist.  So endet ein gelungener Tag auf der Marienhöhe mit professionellen und mitreisenden Referenten und jede Menge Mut-machenden Impulsen und Worten der „Wortmacherei“. Davon wird man noch länger reden…

Text und alle Fotos: Wolfgang Fella

 

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