Schönstatt Würzburg

Licht und Schatten auf der Mitgliederversammlung 

Bei der diesjährigen Mitgliederversammlung des Schönstattwerks – des Trägervereins der Marienhöhe – galt es Abschiednehmen von zwei wertvollen Menschen in der Runde. Zunächst wurde die bisherige zweite Vorsitzende des Vereins, Frau Ulrike Shanel, für ihr langjähriges Engagement für die Marienhöhe gewürdigt. Lange Jahre fungierte sie als Schriftführerin und zweite Leitungsverantwortliche und einige Zeit davon sogar als provisorische Vorsitzende. Dafür darf sie sich jetzt auf eine Weltreise in den Süden machen – zumindest kulinarisch. Allerlei faire Leckereien sollen den Vereinsruhestand versüßen. Schwester Annetraud erinnerte in ihrer Abschiedsrede an die Hauptwünsche, die zu Beginn ihres Wirkens auf der Marienhöhe an sie herangetragen wurden. Nämlich im Schönstattzentrum präsent zu sein und dem Haus ein Gesicht geben. Und im Nachhinein stellte sie unter Zustimmung ihrer Zuhörer fest, dass sie ihren Aufgaben als Hausleiterin, Pädagogische Leiterin und Oberin der Marienschwestern gerecht werden konnte. Künftig werden diese drei Aufgaben auf drei Köpfe verteilt. Einer davon – der neue Betriebsleiter, Marc Steinmeyer, konnte sich im Kreis auch gleich vorstellen. Drei Leute haben mehr Power, so die Aussage von Sr. Annetraud, aber deren Kompetenzen müssten auch noch gut abgestimmt werden, dass es künftig mit neuem Schwung und neuen Gesichtern rund läuft. Abschließend machte sie deutlich, wie gerne sie auf der Marienhöhe gewesen sei und wie sie es genossen hätte sehr selbständig arbeiten zu können. Es sei über die neun Jahre kein Spaziergang gewesen, sondern die Dreifachbelastung mitunter auch eine grenzwertige Herausforderung. Aber sie werde die Marienhöhe im Herzen bewahren an ihrer neuen Wirkungsstätte im Mutterhaus der Marienschwestern. Damit die Erinnerung an die Marienhöhe auch wirklich nicht verblasst gab es als Dankeschön ein Miniaturheiligtum im fairen Sonnenglas, das ihre langjährige Wirkungsstätte ökologisch sinnvoll im rechten Licht erstrahlen lässt. 

Doch bei so viel schöner Erinnerung durfte auch das Tagesgeschäft in der Mitgliederversammlung nicht ausgeblendet werden. Kassier Martin Wienand stellte den Jahresabschluss 2021 vor und Achim Höfling berichtete von der fränkischen Schönstatt-Stiftung. Hoch her ging es dann aber, als der Vorstand davon berichtete, dass man vor wenigen Tagen von Seiten der Diözese erfahren habe, dass diese sich nicht mehr an der Mitfinanzierung der Pädagogischen Arbeit der Marienschwestern in der Region beteiligen wollen. Dies stieß im Kreis der Anwesenden auf reichlich Kritik bis hin zu heftige Empörung. Schnell war klar, dass man das so nicht akzeptieren werde, da dies zum einen die segensreiche Arbeit der Marienschwestern über viele Jahre nicht entsprechend würdigt und gemeinhin ein Affront gegen die gesamte Schönstattbewegung in der Diözese sei. Von den ehrenamtlichen in der Schönstattbewegung wird jetzt eine angemessene Antwort erarbeitet und dann das Gespräch mit den Verantwortlichen aus dem Bistum gesucht. 

 

Wolfgang Fella

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