Schönstatt Würzburg
Vom Reifen und Profilieren.... – Erstmals waren Familien in unterschiedlichen Lebensphasen zu einem gemeinsamen Tag im Würzburger Schönstattzentrum eingeladen. Am Ende des Tages waren alle zufrieden mit diesem Experiment – nicht zuletzt wegen eines tollen Vortrags von Schwester Dr. Doria Schlickmann, der im Mittelpunkt des Tages gestanden hatte.

Mehrgenerationentag – so lautete der „Arbeitstitel" des Tages, den die Verantwortlichen der Familienbewegung unter dem vermeintlichen Werbeslogan „Reifst du noch oder profilierst du schon?" gestellt hatten.

Um reife Menschen mit Profil ging es dann auch im Vortrag von Schwester Doria. Die bekannte Kentenich-Biografin machte sich mit allen die gekommen waren auf die Suche nach solchen profilierten Persönlichkeiten in der Welt von heute. In der modernen Massengesellschaft sei der Mut zur eigenen Meinung jenseits des Mainstreams gefragt und die Meinung der Mehrheit könne einem da ruhig einmal „Schnuppe" sein. In lebendigen Erzählungen berichtet sie von ihren unterschiedlichen Begegnungen unterwegs im Zug oder Flugzeug, bei denen sie beispielsweise mit Managern und interessierten Familien ins Gespräch gekommen ist. Einer von ihnen habe ihr zuletzt bestätigt, dass ohne Selbsterziehung gar nichts gehe. Ob in der heutigen digitalen Welt, die jedes Klassenzimmer und Esszimmer der Familien beherrscht, überhaupt Erziehung noch funktioniert, will sie wissen und beantwortet die Frage mit einem Zitat des Schönstattgründers. Auch dieser habe damals den Fortschritt nicht abgelehnt, sondern dazu aufgerufen, dass es gleichzeitig auch zu einer Stärkung des Innenlebens kommen müsse, damit man mit dem Fortschritt Schritt halten könne.
Die Schaffung von digitalen Freizonen nennt sie dabei als Hilfe und ist schon bei der nächsten Geschichte – eine ihrer Lieblingserinnerungen aus ihrer Zeit als Lehrerin. Da hatte sie den Schülerinnen die Aufgabe gestellt niederzuschreiben, warum sie ein Goldschatz sind, mit verblüffenden Ergebnissen. Sie rät viel stärker auf unsere „goldigen" Seiten zu schauen und damit vor die Gottesmutter zu treten – als immer nur mit unseren Defiziten – diese negative Sicht mache doch nur müde.
Engagiert beschreibt sie die Selbsterziehung, bei der das innere Königskind in mir entscheiden soll und nicht die Triebe und Leidenschaften oder die vielfältigen Außeneinflüsse mit denen wir permanent konfrontiert werden. Unsere Selbsterziehung dauert ein Leben lang und die Zeit, die wir dafür aufwenden ist keine verlorene Zeit, sondern eine Zeit, in der sich jeder selbst gehört, so ihre mutmachenden Ausführungen am Ende.

Die Gruppe "Alt jung sein" beim regen Austausch

Großer Beifall ist Sr. Doria sicher und so gibt sie den unterschiedlichen Altersgruppen noch Fragen mit auf dem Weg, die in Themenrunden im kleinen Kreis besprochen werden können. Unter Mittag ist dann Pause und Entspannung. Bei Kaffee und Kuchen steht Sr. Doria noch allen Interessierten Rede und Antwort – andere lockt die herrliche Frühlingssonne zu einem Spaziergang ums Heiligtum. In der abschließenden Messfeier mit dem Schönstattpräses Achim Wenzel fließen noch einmal Eindrücke des Tages mit ein. Dankbarkeit für diese Möglichkeit sich zu treffen aber auch für die vielen Anregungen für die Arbeit am eigenen Profil kommen dabei zum Ausdruck.
Dieser erste Mehrgenerationentag auf der Marienhöhe war ein Erfolg. Wiederholung nicht ganz ausgeschlossen...

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