Schönstatt Würzburg
Dieses Motto war auf den Flyern zu lesen, die auf die beiden Adventswochenenden für Familien im Dezember 2019 hinwiesen. Und wenn auch das Thema nicht gerade sehr adventlich klang, so folgten doch insgesamt 21 Familien der Einladung auf die Würzburger Marienhöhe.

Inmitten des Alltags sich einmal richtig Zeit nehmen als Familie und als Paar und dabei ganz bewusst den Advent erleben, das war es, was diese Familien an den Wochenenden suchten. Schließlich gibt es kaum eine Zeit im Jahr, in der die Schere zwischen Besinnlichkeit und Hektik, zwischen Anspruch und Wirklichkeit so sehr auseinanderstrebt. Ein Zeichen, das diese Spannung sehr gut symbolisiert und die Familien das ganze Wochenende hindurch begleitete, war die Spirale. Verkörperte sie zu Beginn noch den Strudel, in den uns der ganze Adventstrubel mit seinem Geschenk- und Jahresendstress gleichsam hineinziehen möchte, entdeckten die Teilnehmer im Verlauf der drei Tage, dass dieses meditative Symbol auch für einen ganz bewussten Weg hin zu Weihnachten stehen kann. 

Gleich am Begrüßungsabend konnte man das sehr eindrucksvoll nachspüren: Im schwachen Dämmerlicht schritt jede Familie langsam und vorsichtig in einer mit Tannengrün gelegten Spirale entlang. In der Mitte angelangt tauschten sie einen Stein, der für alles Ungute in der Familie, den Stress, den Ärger, den Streit stehen sollte, gegen eine brennende Kerze, die auf dem Rückweg irgendwo abgestellt wurde und so nach und nach den Weg immer heller beleuchtete. Nun wurde selbst den Großen klar, worum es im Advent eigentlich geht, nämlich: Sich bewusst werden, dass das Kind in der Krippe all unseren Ärger, unsere Sorgen und Nöte wandeln möchte und so die Welt erhellt. Also, kein Grund zur Hektik.

Spiralen konnten aber auch gebastelt werden, ganz besondere „Adventsspiralen“ aus Modelliermasse. Zu Beginn des Advents noch trist und leer werden sie im Laufe der Adventszeit allabendlich mit den „Edelsteinmomenten“ geschmückt, die die Familien tagsüber erlebt oder sich vielleicht auch gegenseitig geschenkt haben.

Ein weiterer Schwerpunkt in der praktischen Umsetzung des Themas waren Ideen, wie man Zeit mit der Familie sinnvoll nutzen kann, anstatt sie zu vertreiben. Es wurden Spieldosen gebastelt, die beispielsweise die Wartezeit im Restaurant veredeln. In einem „Spiellabor“ konnten Familienspiele getestet werden. Und im Vorlesezimmer durften Eltern und Kinder in stimmungsvoller Atmosphäre gemeinsam schmökern.

Ein meditativer Spaziergang, eine Herbergssuche, in der die Menschen vor lauter Weihnachtsvorbereitungen keine Zeit für das heilige Paar hatten, natürlich die geistlichen Impulse von Sr. M. Louise und P. Otto Amberger und schließlich der große Familiengottesdienst bereiteten den Teilnehmern wieder ein ganz besonderes Adventserlebnis. Und trotz des vielfältigen Angebots blieb immer noch genügend Zeit zum Paargespräch und zum Austausch untereinander.

Ein „Paar“ konnte mit dem diesjährigen Motto allerdings so gar nichts anfangen: Die beiden Uhrzeiger. Und so gingen die zwei Adventswochenenden auch in diesem Jahr leider wieder viel zu schnell vorüber.

 

Text: Peter Elsesser

Fotos: Peter Elsesser

 

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