Schönstatt Würzburg
Von der Sehnsucht die Mitte und IHN zu finden – Und schon wieder eine Premiere auf der Marienhöhe – diesmal eine ganz andere als vor Kurzem beim Trag-mich-Konzert am Sonntagmittag. Wilfried Röhrig und friends hatten den großen Saal mit fetzigen Rhythmen ausgefüllt. Diesmal sollte es dagegen weitaus ruhiger zugehen – meist sogar schweigend. Pater Markus Thomm hatte nämlich zu kontemplativen Exerzitien eingeladen. Und dass er auf diesem Gebiet kein Unbekannter ist, das zeigte die Teilnehmerliste. Aus ganz Deutschland kamen die Anmeldungen und so trafen in der Karwoche jüngere und ältere Menschen aus nah und fern aus allen Himmelsrichtungen auf der Marienhöhe ein.
Schritt für Schritt zur Mitte

„Einführung und Einübung in den schweigenden Dialog mit Gott", so wurden im Flyer die Kontemplativen Exerzitien beschrieben. Wie das gehen kann und wie man sich auf diesen Weg machen kann, das erläuterte Pater Markus Schritt für Schritt bei den täglichen Treffen zum gemeinsamen Sitzen. „Die Mitte finden" - stand in der Mitte des Raumes neben einer Kerze und verdeutlichte sehr gut diesen ersten Schritt aus Ankommen, Abschalten und die Gedanken des Alltags langsam hinter sich zu lassen. Bei einigen der Teilnehmer war Entschleunigung angesagt, bei anderen ein neuer Zugang zum Gebet und zum Dialog zu Gott. Alle konnten – jeder für sich – in neue Landschaften eintauchen, die nun auf großen Bildern mitten im Raum lagen. Auch die Überschrift hatte in diesem zweiten Schritt gewechselt. Nun konnte man „Er für mich" lesen und weniger darüber nachdenken als vielmehr wahrnehmen, welche innere Quellen dadurch in Sprudeln kommen.

Wahrnehmung des Wesentlichen

Die Tage begannen jeweils mit Körperübungen in denen gerade das intensive Gespür für den eigenen Körpers neue Übergänge zu einem ganzheitlichen Wahrnehmen und Beten erschließen konnten. Auch die täglichen Mahlzeiten kann man ganz anders erleben, wenn sie schweigend eingenommen werden und keine Ablenkung durch Smalltalk erfolgt.
So kam man in diesen Tagen wirklich zu einem veränderten Lebensrhythmus, der die Schwerpunkte auf Wesentliches setzte. Im dritten Schritt - „Sehnsucht nach IHM", konnte die Exerzitiengruppe dann auch die gegensätzlichen Gottesdienste der Karfreitagsliturgie und der Auferstehungsfeier miteinander erfahren. Mit vielen guten Anregungen von Pater Markus für die Rückkehr im Alltag klangen die kontemplativen Tage am Ostersonntag mit zufriedenen Teilnehmern aus.

 vergrößernGruppenbild mit Pater
Fazit: Erfolgreiche Premiere

Stress verhindert Wahrnehmung – so hatte Pater Markus eingangs der Exerzitien erklärt. Es müssen für mich wohl allerhand stressfreie Momente gewesen sein. Denn ich war jetzt beileibe schon oft auf der Marienhöhe – doch wahrgenommen habe ich einiger der Bilder und Details im Haus erst in diesen sehr besonderen Tagen. Es waren Tage mit Höhen und Tiefen so wie die Zeit zwischen Karfreitag und Ostern. Und bei all den positiven Aufbrüchen nehme ich doch auch einen entlastenden Gedanken von Pater Markus mit nach Hause: Der Feind des Vorsatzes sind zwei Vorsätze...
Die kontemplative Premiere auf der Marienhöhe ist jedenfalls gelungen – eine Wiederholung ist schon fest ins Auge gefasst.

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