Schönstatt Würzburg
"Er kam hinzu und ging mit ihnen" –

Beim diesjährigen Kapellchenfest auf der Marienhöhe drehte sich alles um das Jahresmotto der deutschen

 vergrößernSchattenplätze waren sehr gefragt bei der Bündnisandacht W. Fella

Schönstattbewegung „Er kam hinzu und ging mit ihnen". Auf einen Emmausgang durften sich die Festgäste in diesem Jahr begeben um dabei miteinander ins Gespräch zu kommen wie damals die beiden Weggefährten, die unverhofft einem Dritten begegneten, der ihren Weg und ihre Lebenssicht mit einem Mal veränderte.

Kreative Ideen für die Zukunft der Marienhöhe
Der große Saal füllte sich zusehends als die Hausleiterin Schwester M. Annetraud Bolkart in ihrer Begrüßung auf die kontinuierlichen Veränderungen der Marienhöhe hinwies und sich an der Stelle bei allen bedankte, die in den vergangenen Monaten in zahlreichen Stunden geplant und dann auch konkret Hand angelegt hätten. Neue gemütliche Räume entstehen dadurch und eröffnen neue Chancen für die Marienhöhe als Tagungs- und Begegnungsstätte – nicht nur für die diözesane Schönstattfamilie. Damit auch weiterhin der Umbau im kleinen Stil vorangebracht werden kann, bedarf es aber auch finanzieller Mittel. Deshalb freute sie sich über gleich drei Ideen, wie klein aber fein etwas Geld für die nächsten Schritte gesammelt werden soll. Drei kreative Kräfte konnten danach ihre unterschiedlichen Projektideen vorstellen. Anna Gerner erläuterte die Bausteinspendenaktion mit der Stein für Stein eine kleine Marienhöhe aus Legosteinen entstehen kann. Elfriede Feldmann stellte das neue Angebot vor, an Sonntagen verstärkt die vielen Fußgänger zu Kaffee und Kuchen in die Cafeteria oder vor das Haus einzuladen, wofür Kuchenspenden künftig gut zu gebrauchen wären. Schwester M. Renata Zürrlein schließlich hielt ein kleines Säckchen mit einem 2-Euro-Stück hoch, dessen Wert sich durch innovativen Einsatz vermehren soll. Sie betonte, wie viel wert ein kleiner Betrag wäre, wenn man es schaffen würde, dass möglichst viele Menschen einen solch kleinen Betrag für die Marienhöhe zur Verfügung stellen.

Emmauspaare im Gespräch
Dann galt es erste Emmauserfahrungen zu sammeln. Dazu las Präses Achim Wenzel im Festgottesdienst nur einen Teil der Emmausgeschichte vor und ging auf die beiden Jünger näher ein, die damals die Flucht nach vorne angetreten und sich auf den Weg gemacht hatten. Dieser Weg führte sie noch nicht aus der Krise, aber immerhin konnten sie sich in ihren Nachbetrachtungen alles von der Seele reden, was sie damals belastete. Auch wenn nicht jedes Gespräch gleich Lösungen verheißt, so ist es aber doch der erste Schritt. Und zu einem solchen ersten Schritt waren die Gottesdienstbesucher in der kommenden Viertelstunde eingeladen um sich mit einem möglichst bislang noch unbekannten Teilnehmer die Frage zu stellen „Was bewegt mich im Moment?"
Und siehe da: innerhalb weniger Minuten entstanden zahlreiche Jünger- und Jüngerinnenpaare, die sich auf dem Gelände verteilt im intensiven Austausch miteinander befanden. Erst ein strenges Geläute schaffte es wieder alle in den Festsaal zu bekommen um den Gottesdienst weiter zu feiern.

Emmausgruppen in Aktion
Nach dem Mittagessen ging es mit dem zweiten Teil des Evangeliumstextes weiter. Von einem zunächst Fremden ist da die Rede, der anfangs ahnungslos wirkt und mit seinen banal wirkenden Fragen neue Perspektiven eröffnet und eine neue Sicht der Dinge auftut. Auch Achim Wenzel lud dazu ein, anhand von einigen Fragen erneut – diesmal in größeren Gruppen - miteinander ins Gespräch zu kommen. „Was bedeutet mir Schönstatt ganz persönlich?" oder „Wo braucht es neue Aufbrüche und Ideen in meiner Schönstatt-Umgebung?", so lauteten einige seiner Fragen, die man in unterschiedlichster Form angehen konnte. Ob beim Basteln oder bei Bildbetrachtung, beim Hören oder Schreiben oder beim Blick auf die Kirche und deren Auftrag an die Schönstätter.

Emmausfragen im Bündnis
Letzte Station des Emmausgangs auf der Marienhöhe war die abschließende Bündnisfeier zum 18. Juni. Hier wurde der dritte Teil des Evangeliumstextes verlesen, als der Fremde das Brot mit ihnen teilte und die Jünger Jesus erkannten. Achim Wenzel machte dabei Mut die Erfahrung des Liebesbündnisses weiterzutragen. Er stellte dabei einige Betrachtungen des Bewegungsleiters P. Ludwig Güthlein in den Mittelpunkt und dessen Frage an die Schönstattbewegung ob man Veranstaltungen oder doch eher Beziehungen anbieten solle. Ausgehend von den Emmauserfahrungen, als mindestens zwei unterwegs gewesen sind, könne man Bündniskultur auch als Auftrag verstehen, den Geschmack des miteinander Gehens neu zu entdecken.
Das nicht nur das miteinander gehen, sondern auch das miteinander zusammensitzen seinen Reiz hat, dass konnten die Anwesenden bei Kaffee und Kuchen zum Ausklang des Festtages ausgiebig geniesen.

Ausblick nach dem Emmausgang
In seinen Schlussworten blickte der Diözesanpräses auch gleich nach vorn. Das Kapellchenfest wird es in den kommenden Jahren nicht mehr geben. Stattdessen wolle man im jährlichen Wechsel im September eine Wallfahrt und einen Begegnungstag anbieten, dessen genaue Gestaltung aber noch nicht feststeht. Los geht es mit einer Wallfahrt zum 50. Todestag P. Kenntenichs am 15.09.2018 nach Schönstatt.

Text und Fotos: Wolfgang Fella

 

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