Schönstatt Würzburg
Adventswochenende vom 27. - 29.11.2015 – Barmherzigkeit. Nicht nur im Vatikan steht sie derzeit ganz hoch im Kurs. Dieses Wort, das so seltsam verstaubt klingt, bestimmte auch die thematische Ausrichtung des gemeinsamen Wochenendes, zu dem sich über den ersten Advent 13 Familien auf der Würzburger Marienhöhe trafen.

Was bedeutet Barmherzigkeit für uns und vor allem: wie kann man dieses uralte Wort in die heutige Zeit übersetzen? Diese Fragen versuchten die Familien im Verlauf des Wochenendes mit einer Vielzahl an Lösungsansätzen für sich zu beantworten. Bereits in der Vorstellrunde am Freitagabend stellte das Vorbereitungsteam mit den sogenannten „Sieben Werken der Barmherzigkeit“ quasi eine „Roadmap“ vor, mit deren Hilfe Barmherzigkeit ganz konkret werden kann. In die heutige Zeit übertragen, lauten sie: 

Einen Menschen spüren lassen,

  • Du gehörst dazu,
  • ich höre Dir zu,
  • ich rede gut über dich,
  • ich gehe ein Stück mit Dir,
  • ich teile mit Dir,
  • ich besuche Dich,
  • ich bete für Dich.

Eine Kurzfassung dazu lieferte der erste Abend gleich mit: ein großes Herz aus Pappkarton, auf das im Verlauf von sieben Spielen immer mehr brennende Kerzen gestellt wurden. Der Bezug zwischen Barmherzigkeit und Warmherzigkeit konnte anschaulicher kaum sein. 

In den nächsten beiden Tagen dienten die sieben Werke der Barmherzigkeit als Motto für die verschiedensten Aktivitäten. Von Impulsvorträgen von Sr. M. Louise und P. Schneider über die Gelegenheit zu Paargesprächen, von Besuchen im Heiligtum oder dem Angebot zum Sakrament der Versöhnung bis hin zu einem gemeinsamen Erlebnisspaziergang; es gab jede Menge Blickwinkel, aus denen man sich mit dem jeweiligen Thema befassen konnte. So wurde zum Beispiel ein ganz besonderer Adventskalender gebastelt, eine Mischung aus Herzblatt und Glücksrad, mit eingebauter Garantie, dass er bestimmt nicht in irgendeiner Zimmerecke verstauben wird. Oder die szenische Herbergssuche am Samstagabend im Freien, bei Dunkelheit und Kälte, die bei allen einen bleibenden Eindruck hinterließ. Ein Highlight war ganz bestimmt auch der adventlich-bunte „Abend fürs Herz“, bei dem sich alle Familien kulinarisch, kreativ oder künstlerisch einbrachten, und der so manches Herz höher schlagen ließ.

Der sonntägliche Familiengottesdienst mit P. Schneider und die anschließende Segnung der einzelnen Familien war schließlich für alle die Krönung und der würdige Abschluss eines gelungenen Adventswochenendes.

„Es ist wieder Zeit, die Herzen zu öffnen.“ Dieser Satz, aktuell und brisant, begleitete nun 13 Familien auf ihrem Weg durch den Advent.

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