Schönstatt Würzburg
Es war mehr als ein Benefizkonzert. Es war ein Abend der Begegnung, der sich am Sonntag, 13. Dezember im Schönstattzentrum in Würzburg auf der Marienhöhe ereignete.

Schon im Frühjahr stand die Idee im Raum etwas für Flüchtlinge zu machen. Daraus entwickelte sich der Plan die Idee eines Benefizkonzertes. Der Kontakt mit der Musikhochschule Würzburg war schnell hergestellt und die Idee traf auf begeisterte Herzen. Frau Schmitt eine Dozentin der Musikhochschule machte sich diese Idee zu Eigen. Sie engagierte ein Streichquartett und ein Bläserquintett mit hervorragenden Studentinnen und Studenten im letzten Semester ihres Musikstudiums, die beim Konzert ihr Bestes gaben. Es erklangen Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Claude Debussy, György Ligeti, und Anton Reicha. Die Musik berührte die Herzen der etwa 60 Gäste, die der Einladung gefolgt waren. Eine besondere Freude war es, dass Herr Oberbürgermeister Christian Schuchardt (Würzburg) und Herr Bürgermeister Reinhard Kies (Gerbrunn) zum Konzert ins Schönstattzentrum gekommen waren.

Als sich dann nach dem zweiten Musikstück 2 von den 7 jungen Menschen, die mit Herrn Schidla gekommen waren kurz vorstellten, war die Herzlichkeit zu spüren, die die Anwesenden ihnen entgegenbrachten. Auch die Pause war davon geprägt. Bei Punsch und Glühwein sowie den von der Küche liebevoll bereiteten Häppchen gab es Gelegenheit für persönliche Begegnungen und anregende Gespräche.Die Musik verband die Herzen miteinander. Das war besonders spürbar als Herr Peter Schidla, der pädagogische Leiter der evangelischen Kinder- und Jugendhilfe seine Arbeit mit unbegleiteten minderjährigen Jugendlichen vorstellte. Für viele der Anwesenden waren die Informationen neu oder doch wenigstens sehr interessant. So erklärte Herr Schidla unter anderem, dass die minderjährigen Jugendlichen, die meist von der Polizei angesprochen, weil oft ohne Pass, zur Jugendhilfe gebracht werden. Dort werden sie aufgenommen. Nach einem sogenannten „Clearing", einem Prozess der Klärung, der etwa 3 Monate dauert schließt sich eine Zeit an, in der die Jugendlichen in einer Wohngruppe zusammenleben, um dann in ein Betreutes Wohnen überzusiedeln. In allen Phasen der Integration gehen die jungen Menschen zur Schule, sie lernen deutsch und können sich so für eine Ausbildung qualifizieren. Ein wichtiges Thema war es für Herrn Schidla darzustellen wie wichtig es ist, die Kultur der jungen Menschen kennenzulernen und zu akzeptieren. Sie kommen aus ihrer Kultur in eine neue fremde Kultur. Es ist wichtig die „Schnittmenge" der beiden Kulturen, die aufeinanderstoßen zu entdecken und zu verstärken. Die Freude an seiner Arbeit und die Liebe und das Wohlwollen für „seine Jugendlichen" waren ansteckend.

Ali, ein Jugendlicher aus Afghanistan, der bei seiner Vorstellung erwähnte, dass er gern Musik macht, bereitete allen eine Freude, als er zum Schluss gleichsam als Zugabe zur Zugabe der Musiker ein Lied aus seiner Heimat, das den Frieden besingt, vortrug. „Beim nächsten Konzert gibt es dann einen Programmpunkt mit Liedern aus Afghanistan und Eritrea", so der Kommentar von Herrn Schidla.

Am Ende dieses gelungenen Abends erinnerte Sr. M. Annetraud die Leiterin des Schönstattzentrums daran, dass in der Zeit während des Konzertes in Würzburg Bischof Friedhelm die „Heilige Pforte" öffnete und dass die Glocken läuteten, um das Jahr der Barmherzigkeit zu verkünden. Was dieses Jahr möchte, haben wir heute Abend erlebt: Das Jahr der Barmherzigkeit soll ein Jahr werden in dem Gottes Liebe uns besonders berühren möchte, in dem wir eingeladen sind unsere Herzen füreinander zu öffnen. Sr. M. Annetraud bedankte sich wie auch das Publikum mit einem kräftigen Applaus bei den Musikerinnen und Musikern, die mit ihrer Musik die Herzen berührt und füreinander geöffnet haben. In der Begegnung mit den Jugendlichen aus Afghanistan und Eritrea war es die Sprache des Herzens, die dazu beitrug, dass wir einander verstanden. Hierfür standen die Schokoladenherzen in „Herzschachteln". Sie waren das äußere Zeichen des herzlichen Dankes für den gelungen Abend.

 

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